Staudenportrait – Oktoberle

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Oktoberle – Saxifraga cortusifolia




von Susanne Peters/September 2020/Staudenportät

Kurz und knackig

  • Heimat:               Japan, Korea, China
  • Standort:            absonnig-halbschattig, kühl
  • Boden:                 humos, durchlässig, nicht austrocknend
  • Blütenfarbe:      weiß, rosa bis dunkelrot
  • Zeit:                      September bis November
  • Höhe:                   10 bis 35 cm
  • Breite:                  10 bis 40 cm
  • Wuchsform:        aufrecht
  • Verhalten: horstbildend

Namen sind nicht Schall und Rauch

Saxifraga werden auf Deutsch als Steinbreche bezeichnet, wobei die Vielfalt bei über 450 verschiedene Arten unglaublich ist. Von hart-krustig bis großblättrig mit Ranken ist alles dabei. Ich möchte hier etwas zu den Arten cortusifolia und fortunei erzählen. Wiedermal ein gutes Beispiel, dass deutsche Namen es nicht generell besser machen. So heißt zum Beispiel cortusifolia nichts anderes wie: „alpenheilglöckchenförmiges Blatt“ – gruselig, oder? Da ist fortunei als Benennung nach dem englischen Forschungsreisenden Robert Fortune schon wesentlich einfacher. Aber für diesen Beitrag reicht es zu wissen, dass die deutsche Namensgebung Herbststeinbrech, Oktoberle natürlich eindeutig Bezug auf den Blühzeitpunkt nimmt.

Schmückt Euch mit tollen Blättern

Oktoberle erinnern auf den ersten Blick an Heuchera, denn genau wie die Purpurglöckchen bilden sie einen kompakten Horst aus sehr dekorativen Blättern. Der Laubaustrieb erfolgt erst im April, wodurch sie leider Spätfrost gefährdet sind. Aber wenn alles gut geht, zieren die fleischigen, oft Braun, Kupfer oder dunkelgrün gefärbten Blätter bis zum späten Herbst. Einige geben dann als Zugabe noch eine Herbstfärbung obendrauf. Mich persönlich begeistern die feineren Merkmale: Borsten auf der Blattoberfläche, rote Blattrückseiten oder brauen Male!

Wo möchten meine Oktoberles denn wachsen?

Cortusifolia Blackberry & Apple Pie-62

Der einfachste Weg, um für eine Pflanze den richtigen Gartenplatz zu wählen, ist es, sich ihr natürliches Umfeld in der Natur anzuschauen. In diesem Falle sind es Gehölzränder, hell, selten sonnig, aber immer geschützt durch Laubfall. Der recht humose Boden hält ganzjährig ein gutes Maß an Feuchtigkeit, hält den Standort kühl und bietet den Pflanzen eine wirklich gute Nährstoffversorgung. Also wählen wir im Garten am besten den Platz vor einer Hecke oder unter einem einzeln stehenden Laubgehölz. Das Pflanzloch mit einer guten Kompostgabe oder Lauberde aufzubessern ist sinnvoll.

Und nicht vergessen, das fallende Laub im Herbst schützt den Boden vor zu starker Austrocknung, also bitte, bitte den Aufräumdrang zügeln.

Ich habe aber auch schon Sorten in die Nachmittagssonne gepflanzt – einen gut feuchten Boden und hohe Luftfeuchtigkeit durch ein benachbartes Moor scheinen zu gefallen. Seien Sie mutig!

Sortenvielfalt pur

Viel Spaß beim Schmücken mit Herbstsaxifragen

Auch wenn unsere Oktoberle aussehen wie eine normale Gartenstaude, sind sie doch sehr vielseitig verwendbar. Egal, ob als besondere Einzelstaude im Vordergrund des Beetes, oder als flächige Pflanzung unter einem Laubgehölz – der zarte Blütenschleier im Spätherbst ist immer ein Hingucker.

Doch auch im Balkonkasten oder einem Kübel vor der Haustür macht sie eine gute Figur, schön mit klassischen Herbstpflanzen wie Heide, Gräsern und Beeren kombiniert.

In diese Richtung geht auch eine ganz besondere Verwendung: als Beistellpflanze zu Bonsais. Zu den mit Liebe in Form gebrachten Gehölzen werden gerne kleinwüchsige Stauden in dekorativen Schalen gestellt, um ein harmonisches und immer wieder wechselndes Bild zu gestalten.

Bei unseren größeren Beständen erlaube ich mir ab und an einmal das Pflücken eines Blumenstraußes, und ja, die Oktoberle machen sich gut als Schnittblume, sogar mit etwas Duft.